Editorial von Prof. Dr. Cornelia Scott in bdvb aktuell Ausgabe 107
Porträt Prof. Dr. Cornelia Scott

Prof. Dr. Cornelia Scott

Experten befassten sich weltweit intensiv mit der Krise und es scheint, als ob es zumindest gelungen wäre, dem Abwärtstrend durch ein vielfältiges Bündel von Maßnahmen in den verschiedenen wirtschaftlich bedeutenden Ländern entgegen zu wirken. Zumindest lassen die Prognosen der renommierten Wirtschaftsinstitute vermuten, dass das schlimmste wohl überstanden ist. Trotzdem wird die Arbeitslosigkeit in verschiedenen Industrieländern noch ansteigen und gelegentliche lokale Einbrüche – Dubai World ist da nur ein Synonym – werden wir auch in Zukunft noch erleben.

Auch in unserem Verband hat es in 2009 eine Reihe von Veränderungen gegeben. Die Turbulenzen zu Beginn des Jahres, eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit Neuwahlen des Präsidiums, sind wohl noch gut im Gedächtnis. Aus dieser Krise ist aber auch eine Chance für unseren selbstbewussten, stolzen und lebendigen Verband erwachsen, sich mit frischem Wind und neuen Ideen neu zu positionieren und auch – wo notwendig – zu reaktivieren. Für das neue Präsidium ist die Kommunikation mit Mitgliedern und Gremien des Verbandes ein entscheidendes Merkmal für erfolgreiche Verbandsarbeit. Daher sucht das Präsidium engen Kontakt mit unseren Mitgliedern, denn Ihre Anregungen, kritischen Bemerkungen und ihr Input sind für unsere Arbeit so wichtig. Diese Kontaktaufnahme geschah in den vergangenen Monaten unter anderem durch den Besuch von Stammtischen und Veranstaltungen der Bezirks- und Fachgruppen und durch eigens vor Ort angebotene Sprechstunden von Präsidiumsmitgliedern. Wir werden diese Art der unmittelbaren Präsenz bei Ihnen, unseren Mitgliedern, auch in 2010 durch das Präsidium beibehalten und ggfs. intensivieren. Wir werden aktiv auf Sie zugehen, aber bitte gehen auch Sie aktiv auf uns zu, damit wir noch besser auf die Wünsche unserer Mitglieder eingehen können.

Auch Zusammenarbeit und Austausch zwischen den Gremien des Verbandes sind ein wichtiger Punkt unserer Präsidiumsarbeit. Das neue Präsidium hat das erste Mal seit Jahren geschlossen an der Beiratssitzung Ende September, unter der Leitung des neu gewählten Beiratsvorstandes, Thorsten Böth und seiner Stellvertreterin, Nadine Lorenz, teilgenommen. Der Austausch war für beide Gremien sehr hilfreich und bei der Aufarbeitung offener Punkte aus der Vergangenheit auch geboten.

Darüber hinaus war es mir auch ein wichtiges Anliegen, die Zusammenarbeit mit den Hochschulgruppen zu intensivieren. Neben einem „Round Table“-Gespräch mit dem Bundesvorstand in der Geschäftsstelle wurde diese Initiative ergänzt durch die Teilnahme an der letzten Hochschulgruppenleiter-Konferenz in Frankfurt am Main Anfang November. Dort wurde von mir die künftige Strategie des Verbandes im Detail vorgestellt, um auch in der nächsten Generation unseres Verbandes um Verständnis für unsere Anliegen zu werben und auch die Herausforderungen unserer Verbandsarbeit vorzustellen.

Der bdvb ist eine lebendige und lernende Organisation, und es muss auch einen aktiven und regelmäßigen Gedankenaustausch mit anderen nationalen und internationalen Verbänden und Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik geben. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung fand am 27. November, gemeinsam mit unseren Schwesterverbänden aus der Schweiz (VAV) und Österreich (VÖWA), statt: die Fortsetzung des Internationalen Ökonomentages in Berlin. Trotz einer kurzen Vorbereitungszeit von fünf Monaten ist es uns gelungen, eine hochkarätig besetzte Tagung mit Experten aus nationaler und supranationaler Politik, Banken und Wissenschaft zum aktuellen Thema „Finanzkrise – Bestandsaufnahme und Konsequenzen“ zu veranstalten. Anwesende können wohl die getätigten Aussagen bestätigen, dass es sich bei unserem Ökonomentag um eine, auch für Berliner Verhältnisse, excellente Tagung auf sehr hohem Niveau gehandelt hat. Die Wortbeiträge während der Diskussionsforen zeigten darüber hinaus zum einen das hohe fachliche Niveau unserer Mitglieder auf, sich zu derartigen Fragestellungen zu äußern, zum anderen auch den Wunsch innerhalb des Verbandes, vermehrt den fachlichen Diskurs zu wichtigen wirtschafts- und finanzpolitischen Themen zu führen.

Berlin – wichtig als Plattform für den Verband. Wir sind als Deutschlands ältester und größter Verband der Wirtschaftsakademiker verpflichtet, politische Entscheidungen mit wirtschaftlichem Sachverstand zu begleiten.

Auch in Zukunft werden wir als Verband Veranstaltungen auf einem hohen Niveau anbieten. Wir wollen breiter in die Öffentlichkeit gehen und unseren Bekanntheitsgrad weiter ausbauen. Dies kann durch verstärkte politische Lobbyarbeit sowie durch sinnvolle Zusammenarbeit mit weiteren Verbänden im In- und Ausland geschehen und wird natürlich durch regionale Öffentlichkeitsarbeit innerhalb des Verbandes begleitet.

Trotz der noch wirtschaftlich schweren Zeiten schauen wir optimistisch in die Zukunft. Das neue Jahr 2010 bringt auch für uns neue Herausforderungen, aber auch neue Chancen. Lassen Sie es uns gemeinsam anpacken, denn…
… wir können viel mehr!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.

Ihre Prof. Dr. Cornelia Scott
Präsidentin des bdvb